Philosophiemagister…

…verlassen ja, so der gängige Witz (?) in TU-Mensa-Kreisen, jede Party zügig, sobald der Gastgeber die Pizza bezahlt hat. Die Wahrheit (bzw.  zumindest eine für Spiegel Online überraschend gute Annäherung daran) lässt sich hier nachlesen:

"Der Philosophiestudent als unausweichlicher Fall für Hartz IV – dummes Gerücht oder bittere Wahrheit? Professoren beteuern: Ihre Absolventen haben auf dem Arbeitsmarkt gute Chancen. Denn sie sind kreativ und stehen mit beiden Beinen auf dem Boden." (Unispiegel)

Tatsächlich: dadurch, dass man als Philosoph während des Studiums praktisch auf jeder Party einmal die Frage beantworten musste: "Und, wovon willst Du mal leben?" hat man erstens einen Fundus an kreativen Antworten parat, die sich auch exzellent für die Bewerbungsgespräch-Hammerfrage "Wo sehen Sie Sich in fünf Jahren?" wiederverwerten lassen ("Prostitution ist jetzt ja legalisiert worden…" – "Ich bin Beamtentochter" – "Ich kauf mir eine Tonne, geh mir aus der Sonne!"). Zweitens ist man durch Kommentare der Art "Ich wollte auch immer so was mit Psychologie machen", "Sinn des Lebens und so, find ich auch voll interessant" oder "Ethik machst Du? Das gibt es doch heute gar nicht mehr!" derart nervenstark, dass man jedes Großraumbüro oder sogar die Arbeit im Telekom-Callcenter aushält. Und drittens brechen derart viele das Studium ab (oder enden als hoffnungslose, bärtige Langzeitstudenten), dass ein in kurzer Zeit mit akzeptablem Ergebnis abgeschlossenes Philosophiestudium einen nicht zu unterschätzenden, für Arbeitgeber interessant machenden Seltenheitswert hat (Durchschnittliche Studienabbruchquote: 26%, in Philosophie mehr als 90%!). Und wenn das alles nichts hilft, bleibt dem Philosophen ja noch die klassische Lösung

(Bild: John William Waterhouse, Wikimedia Commons)

Ist so kalt der Winter

…sogar die Schaufensterpuppen auf der Schellingstraße frieren sichtlich.
Brrrrrr!

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Woo-hooo!

…Jon Stewart, der Mann meiner Träume (u.a.), wird die Oskar-Verleihung moderieren! Hm, ist das jetzt wirklich eine so gute
Nachricht? Erstes Problem: kein Fernseher. Zweites Problem: jemand muss mir die Johansson rausschneiden, sonst wird mir das ganze Vergnügen an Jon vergällt. Unerträglich, diese Frau!

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Eine rechts, eine links, eine fallen lassen

Leider ist Dr. Lammerts Rede nirgends im Internet aufzutreiben. Habe dem jetzt mal
gemailt – ist ja genau wie ich ein alter Oxford-Alumnus.
[Am Rande: die Vermutung, dass Bundes-Stellen coolere Mail-Adressen haben als manch ein mit gschbässla.gmachd@stmwivt.bayern.de geschlagener Ministerialfranke, trifft zu: man erreicht Lammert elegant unter praesident@bundestag.de. Net schlecht!]

Ersatzweise habe ich mir nun mal die Merkel-Rede zum Vorbild genommen.
“Sie haben schon lange eine Idee? Es muss gar nichts Überragendes sein, aber sollte 2006 nicht das Jahr sein, in dem Sie versuchen, diese Idee in die Tat umzusetzen? Fangen wir einfach an! Jeder Weg beginnt mit einem ersten Schritt. Sie werden sehen, wie viel Freude es macht, wenn man Schritt für Schritt voran geht.”
Also habe ich begonnen, einen Schal zu stricken, dessen Fertigstellung noch in diesem Winter ungefähr so wahrscheinlich ist wie die Halbierung der Arbeitslosenzahlen im gleichen Zeitraum. Kleine Schritte! 5 Reihen kraus rechts hab ich schon, und etwas dazugelernt: ein Italienischer Anschlag muss nicht unbedingt was mit Berlusconi zu tun haben…

Noch eine Anmerkung: ich als Diäterfahrene kann mit großer Überzeugung sagen, dass ein Projekt, welches mit den Worten: “Fangen wir einfach an – ab morgen früh. Heute Abend aber feiern wir erst einmal (…)” beginnt, äußerst geringe Erfolgsaussichten hat. Ach, Pessimismus, Du Fluch Deutschlands!

Das fängt ja gut an…

…das Jahr, zumindest für

Nazivergleichsammler
. Machts nur so weiter! Aber Ungemach droht: in 10
Minuten hält Dr. Lammert seine Neujahrsansprache. Ich befürchte fast, dass er
die Kindergärtnerin der Nation mir einer astreinen Oberlehrer-Performance
komplimentieren wird…

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