Was man so lesen muss

"Lest the central issue of my discourse be lost in the tangle of a hundred codicils, I therefore state it here: whatever else be true, whether there be gods or only atoms, whether men are significantly superior to non-human animals or no, whether there be a life to come or this poor accident be all, this at least cannot be true, that it is proper to be the cause of avoidable ill."
(Stephen R.L. Clark, "The Moral Status of Animals", Oxford: Clarendon Press, 1977)

Also, da wundert es einen doch wirklich nicht, zu hören, dass der Clark beim Verfassen dieser epischen Zeilen gerade aus All Souls, dem eindeutig höchsten unter den Elfenbeintürmen Oxfords, entkommen war…Übrigens ein Leben der Kontraste, jetzt ist der Gute nämlich dort, wo man es am wenigsten vermuten würde: in Liverpool!

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Fotos, OCC

Diverse Fotos, frisch geschossen!

Nachtrag: Gruß aus dem Oxford and Cambridge Club

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Computadora (Making of)

Habe endlich das richtige T-Shirt für mich gefunden
(www.vintagevantage.com)…

Leider sind nun alle Besucher abgereist, aber hier finden sich wieder einige erfrischende Fotos. Statt Cooler Colleges lag der Schwerpunkt diesmal auf dem Outdoor-Spaß – Flüsse, Gärten und Schankstätten Oxfords wurden ausgiebig erkundet.

War allerdings ein wenig außer Gefecht gesetzt, da aufgrund der intellektuellen Stimulation an der hiesigen Elite-Uni mein Weisheitszahn plötzlich zum Vorschein kam und meine gesamte Kieferregion in ein Krisengebiet verwandelte.

Ja, ich musste in meiner Verzweiflung sogar den berüchtigten "National Health Service" in Kauf nehmen, eine Einrichtung, die – wenn man den Gerüchten Glauben schenkt –  Deutsche Bahn, GEZ und Arbeitsagentur wie reibungslos und effizient organisierte Spitzen-Serviceleister aussehen lässt. Mein Penicillin hab ich trotzdem bekommen.

Nun sind es noch gut drei Wochen, bis ich wieder nach Hause komme. Ahem, nochmal ein Aufruf: wer eine freie Wohnung in Maxvorstadt/Schwabing weiß, möge sich bei mir melden. Ansonsten heißts halt wieder: SZ Mietmarkt.

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German Society

Schaust Du hier: Endlich ist die neue Homepage für die German Society fertig. Naja, so gut wie…was, Laufschriften sind nicht der neueste Trend im Webdesign?…ok, ok…Ich arbeite dran!

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Kulturkontraste

Den Heimaturlaub habe ich unbeschadet überstanden, wenn man von einiger Gewichtszunahme absieht. Aber schließlich ist die Advents- und Neujahrszeit ja eine Zeit der Einkehr; dies habe ich mir sehr zu Herzen genommen und bin so oft wie möglich in urbayerischen Lokalen  und Haushalten eingekehrt. Vermutlich habe ich einige unter der schlechten Konjunktur leidenden Münchner Gastwirte doch noch durch den Winter gerettet!

Andere Urbavarismen sind anscheinend ähnlich bedroht wie Tellerfleisch und Weißwurst: eingefleischte Münchner werden sich an den traurigen Tag erinnern, an dem die klonhafte, mit undefinierbarem Hannoveranerdeutsch und Teilzeit-Englischlehrerinnen-Englisch bewehrte Siemens-Maschinenstimme Einzug in die U-Bahn-Ansagen hielt. Markerschütternd, mit dem Sex-Appeal einer Realdoll klang es seitdem aus den neuen Lautsprechern: "Nächster Halt: Séndligertor!". Nun stellte ich bei meinem Aufenthalt in München fest, dass jetzt nicht nur die Mehrheit der zugereisten U-Bahn-Ansager, sondern auch einige anscheinend münchnerische U-Bahn-Fahrer dazu übergegangen sind, "Séndlingertor!" zu sagen. Sic transit gloria mundi.

Am Samstag kam ich also wieder in Heathrow an und wurde, kaum in den Bus nach Oxford gestiegen, erfreut durch diese am Sitz des Vordermannes angebrachte Inschrift:

Unglaublich, dass ein Land, das zu solch erstaunlichen Kulturleistungen fähig ist, sich nicht zum "Alten Europa" zählt, ist es nicht?

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Feierabend

Mein letztes Essay ist abgegeben, und nun kann ich euch einen ausführlichen Bericht über die Ereignisse der letzten Wochen bieten: und zwar über mein Geburtstags-nach-Feier in Summertown,  über das triumphale Christmas Dinner der German Society.

Da ich ja schon in 5 Tagen wieder in München bin, habe ich hauptsächlich (interne) Fotos zu bieten, mit kleinen Kommentaren (ach ja: natürlich habe ich streng zensiert!)…alle Details könnt ihr ja dann hoffentlich bald in der Analogie/ auf dem Christkindlmarkt/beim Weißbier im Alten Simpl direkt von mir erfahren!

Nur soviel: es wurden Mengen von Spezereien aus aller Herren Länder eingekauft, provokante Themen wie "weiblicher Orgasmus: muss das sein?", "Metrosexualität: Wie nähere ich mich diesem Ideal an?" oder "Sind Katholiken wirklich Nazis?" kontrovers diskutiert, außerdem fleißig Fliegen gebunden, Schuhe gewienert,  das eine oder andere Glas Sherry, Portwein oder eben Export-Bier, ja sogar "Erdinger" geleert, britisches Rindfleisch in rauen Mengen verputzt und unglaublich, aber wahr: das Lied "Drunt in da greana Au" vor einem rein britischen Publikum vorgetragen! Gut, dass ihr nicht dabei wart…

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Matriculation

Nun wollte ich euch ja zunächst von der "Matriculation"-Zeremonie berichten, die schon vorletzte Woche stattfand – leider habe ich meine Fotos noch nicht bekommen. Also seht ihr mich noch nicht im "sub-fusc" – ah ja, da bin ich ja schon mitten im Bericht: so nennt man hier die akademische Uniform für undergraduates. Sie besteht aus einem "gown" – einer Art knielangem schwarzen Kittel – darunter wird schwarze Kleidung, eine schwarze Krawatte und ein weißes Hemd getragen. Abgerundet wird das Outfit durch einen dieser albernen viereckigen Hüte mit Quaste, den man aber als undergraduate nicht aufsetzen, sondern nur mit sich herumtragen darf.

Mit dem allen angetan, tritt man vor der Matriculation in seinem jeweiligen College zum "Roll Call" an, der darin besteht, dass der "Bursar", der eine noch viel albernere, rote Schabracke trägt, eine Liste aller zu matrikulierenden Studenten vorliest, wobei der Betroffene bei Nennung seines Namens kundzutun hat, dass er anwesend ist. Da die Liste üblicherweise nicht nur aus englischen, sonder auch indischen, japanischen o.ä. Namen besteht, ist hier immer Platz für ein oder zwei erfrischende Witzchen.

Bursar: "Chang, Lee"

Asiatischer Student: "Here!"

Bursar: "Chang, Yu… any relation, by the way?"

(einer der besseren Witze)

Danach marschieren dann alle Freshers im Gefolge ihres Bursars in die "Stadt" und dort zum Sheldonian Theatre (siehe Bild). Dort müssen sich alle brav erheben, wenn das Gefolge von – äh, also im Zweifel haben sie wieder irgendwelche seltsamen Namen – also jedenfalls, von Uni-Haupt-Greisen in den Raum schreitet (die Kittel werden anscheinend je nach Rangfolge immer bunter). Es wird etwas lateinisches vorgetragen, dann kommt eine kleine Rede darüber, dass man in Oxford viel arbeiten soll etc., die man aber im Sitzen anhören darf. Das ganze ist also sehr rührend und dramatisch. Zu schade, dass unsere amerikanischen visiting students gar nicht matrikuliert wurden, es wäre vermutlich nach ihrem Geschmack gewesen.

Ansonsten hatte ich das Vergnügen, Herrn Brunotte in die "Formal Hall" in St. John’s zu begleiten. Liebe Münchner Mensa-Anhänger: die Athmosphäre ist zwar sehr gediegen (gowns, Bedienung, es gibt Alkohol und zum Ausgleich ein lateinisches Tischgebet), aber das Essen in der Mensa ist normalerweise besser als hier in den Halls (solange man nicht das Spargel-Omelette oder die Chinesische Schinken-Reis-Pfanne oder die Truthahnflügelkeule als Vergleichsmaßstab nimmt). Naja, wahrscheinlich einfach nicht vergleichbar.

Für alle, die mein akademischer Fortschritt interessiert: ich höre Hacker und Schroeder zu Wittgenstein, abgerundet mit einer kleinen Prise epistemology bei Cassam (Understanding Human Knowledge). Hier sei angemerkt, dass "hören", gerade was Hacker angeht, nicht "verstehen" bedeutet.

Soviel für heute. Vergesst nicht, die neuen Fotos anzusehen.

(Bild: Toby Ord/Wikimedia Commons)

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