Kruzinesn!

Jetzt hab ich schon wieder die Auer Dult verpasst. Da war ich überhaupt noch nie, obwohl ich mir ganz sicher bin, dass ich sie super fände. Erst im Juli gibts wieder eine. Wenigstens hab ich neulich noch die Landshuter Frühjahrsdult (auch bekannt als Gschwerlfest) überquert, das muss jetzt an Volkstümlichkeit halt erstmal genügen.

(Für norddeutsche Leser:
Kruzinesn = Beim Gekreuzigten!
Dult = Kirmes, Jahrmarkt
Gschwerl = Sozial Schwache, siehe auch Begriffserklärung des Tagesspiegels)

Breaking News: Germanisten – nix dahinter!

Die Überschrift ist natürlich nur ein Witz.
Warum die Studenten dieses schönen Fachs die Bedeutung verschiedener Fachbegriffe der Grammatik so genau kennen müssen – vor Studienbeginn – (bzw. warum fehlende Kenntnisse dieser Begrifflichkeiten gleich als "Fiasko" bezeichnet werden) entzieht sich Cohus Verständnis. Ich mein, als Ingenieur weiß man im ersten Studienjahr auch noch nicht, was ein verzwirbelter Schraubhammerkolben ist (hab ich mir jetzt ausgedacht, gut, gell?). Also, was sollen die Germanisten oder die Lehramtsstudenten denn in ihrem Studium sonst überhaupt noch lernen, wenn sie das alles schon können? Äh, was sollten sie lernen, wenn  sie das schon könnten? Können täten?
Und für Leut, die weder Lehrer noch Germanisten werden tun, ist es sinnlos eh. Grammatische Praxis nicht ist schlecht. Klar ist! Aber warum auch der Theorien jetzt? Können müssen jede Wort wie Präposition, Konjunktion, was ist Attribut oder Adjektiv wissen, direkte indirekte von Reden unterscheiden, reflexiv…. – ver zuviel-langt. Dem hätte ich nicht verstehen. Und nichts zu tun haben würde von Rechtsschreibung (obwohl sagt Frauen Expertin!). Des dummen Germanisten! Ich sagte, sie habe dem Deutschkundler schon immer misstrauen getan. Nicht bräuchte ich Grammatik zu Schreiben schön und zu Lesen gut. Da wird sich noch niemand beschwert haben werden sollen!

(Bild: Wikimedia Commons)

Aphorismus (schon wieder!)

Eine Telekom, die streikt, ist wie eine Paris Hilton, die sich dumm stellt.

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Schall und Rauch

Manche Namen geraten ja schnell aus der Mode: da können ein paar Jahre doch einen ganz erstaunlichen Unterschied machen.
Ein preiswertes, aber immer wieder amüsantes Vergnügen für die Münchner unter Euch: geht mal in den Rathaus-Innenhof und schaut Euch dort die Aushänge an. Da steht unter anderem eine lange Auflistung der Namen, die Eltern ihren Kindern gegeben haben: ein Jean-Jacques Rammerl oder eine Kleopatra Rampfmoser würden auf diesem Schwarzen Brett, glaub ich, gar nicht weiter auffallen…ansonsten ist der Schwall an "Annas", "Leas", Lenas", "Lucas", "Leons" und "Finns" etwas deprimierend. Dann doch lieber "Aurelian Elvis", insbesondere, wenn man für den Burschen eine politische Karriere plant!

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Ein Aphorismus (muss auch mal sein)

Wenn Rose Pop ist, dann ist Cohu Deutschlandfunk.

Regelmäßig Rabeneltern

Die Feinheiten, wie "wieder hat eine Mutter ihr Kind umgebracht" und die vielleicht etwas voreilige Überschrift "Kindsmord" übersehe ich jetzt mal – wie sind ja bei Spiegel Online, und nicht bei einer ernsthaften Onlinepublikation. Aber der letzte Absatz ist dann doch (abgesehen vom unschönen Inhalt) ein Brüller:

"…der gewaltsame Tod von Kindern durch einen Elternteil (…) ist in Deutschland keine Ausnahme. Im Februar brachte eine 33-Jährige aus Esslingen bei Stuttgart ihre beiden acht und zwölf Jahre alten Söhne um. (…) Im Mai 2005 erstickte ein psychisch kranker Vater in Nordrhein-Westfalen seine ein und fünf Jahre alten Kinder."

Hm. Tötung durch die Eltern ist bei den ca. 12 Millionen in Deutschland lebenden Kindern also die Regel? Ich frag mich, was nach diesen Standards überhaupt noch eine Ausnahme ist. Ein SPON-Artikel ohne Tippfehler und/oder Busenbildstrecke?

Krankheits-Einsicht

Cohu hat’s leider schnupfentechnisch ganz übel erwischt, daher heute Bestellung bei "Hot Wok" (wenn Nase zu, Geschmack egal). Weil dort irgendwas durcheinanderging, wurde die Glasnudelsuppe zunächst fälschlicherweise an die alte Cohu-Adresse geliefert, daher gab es leider eine enorme Wartezeit… Lustig in dieser Hinsicht aber dann der Spruch, der sich im beiliegenden Fortune-Cookie fand:

GOOD THINGS COMES TO THOSE WHO WAIT

Vielleicht sind die Sprüche extra auf diesen Bestellservice abgestimmt? Alternativvorschläge:


CHEAP OILY FOOD MAKE BEAUTIFUL WOMAN
THOSE WHO CANNOT COOK MAKE THE BEST HUSBAND
TOMORROW, YOU WILL FIND ALUMINIUM BOX IN YOUR FRIDGE AND HAPPINESS

The lustrous.

Die Tatsache, dass man nur die Rückseite einer billigen chinesischen Weizennudelpackung beschriftet, ist für den Autor dieses Textes kein Grund dafür, schmucklos, lieblos oder technisch zu schreiben. Beispielhaft!

1. Put noddles into boiling water
2. After 2-3- minutes, (at first, cook it by strong fire for two minutes and then cook it by moderate fire little by little) please stir it by chopsticks
3. The lustrous. bright, soft and nutrient noodles should be poured by cold water after it is recovered from water.
4. The making method is unique and needs short time for cooking The noodles can be cooked. souted and scalded. It can be cooked into delicious noodles according your taste.

Schön auch die Wortneuschöpfung “noddles” und die beatpoetry-mäßige Interpunktion.

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Wir sind alle Individualisten

Wenn Cohu noch einmal einen Artikel dieser Art lesen muss, wird sie, wie die Jugend heutzutage sagt, mega-aggro:

"Wir schieben endlose Schichten, sammeln Erfahrung, Erfolg und Geld."

Wir?

"Die Unternehmen suchen nicht uns, sondern 20-jährige Superhirne, die nach einem Blitzabitur binnen zwei Jahren promoviert und nebenbei fünf Jahre Berufserfahrung in 20 Ländern gesammelt haben."

Haha! Lustig.

"Wir übernehmen unbezahlte Praktika, schieben Überstunden, wir kommen gern auch mal am Wochenende rein und akzeptieren mickrigste Gehälter."

Aha, interessant, was wir so alles machen.

"Wollten wir nicht eigentlich nur arbeiten, um den nächsten Urlaub zu finanzieren? Wollten wir nicht jeden Club der Stadt von innen kennen? Hatten wir uns nicht auf das Gefühl gefreut, an einem einzigen Tag unfassbar viel Geld auszugeben für Dinge, die wir morgen schon nicht mehr brauchen?"

äh….vermutlich rhetorische Fragen. Noch mehr, nicht-rhetorische Fragen:
Der Aussage des Artikels ist natürlich zuzustimmen (obacht, Work-Life-Balance!). Aber: wann hat sich eigentlich diese idiotische Generationsschreibe eingebürgert? War es im Jetzt-Magazin, in Generation Golf oder in Neon? Inzwischen ist es schon bei den Frauenzeitschriften angekommen ("Warum haben wir so schlechten Sex?" – "Warum stehen wir auf Arschlöcher?") – Ist das die Sehnsucht nach dem Kollektiv, die da aus der individualisierten, unter- bis unbezahlten Dauerpraktikanten-Journaille spricht? Dieses ganze Ge-wir-e ist doch dermaßen abgedroschen, dass man es jetzt langsam mal wieder lassen kann. Journalisten, habt Mut zur Ich-Aussage. Und sobald man jedes "wir" durch ein "ich" ersetzt, ist der Artikel schon viel  erträglicher, persönlicher, lustiger:

"Noch lassen mich die Türsteher in die Clubs, weil ich genau so jung bin wie die Gäste, die sie da drinnen haben wollen. Heute dauert der schlimmste Kater nur einen halben Tag – und, hey, sieht mein Hintern nicht richtig lecker aus in den neuesten Jeans?"

Ja, Frau Montag, so ginge es: ihr Hintern. Nicht unser Hintern.

Frauen brauch ich in der Mucke nich so, my ass

Da verkneift sich Cohu seit Jahren ihr "krassomatenederkowski!" und weicht nur im äußersten Notfall, sozusagen worst case scenario, auf Anglizismen aus, weil sie wrongly der Meinung ist, ein übermäßiger Gebrauch der Jugendsprache oder englischer Trendbegriffe (ich sag nur snorgle) sei somehow unlässig und würde dazu führen, dass man als erwachsener Mensch mit intellektuellen und ästhetischen Grundansprüchen nicht mehr so ganz für voll genommen wird, also praktisch nicht mehr für full getaked.
Aber zu Unrecht, to Unlaw! Man kann auch ohne solche sprachbereinigenden Zwangsmaßnahmen zum erfolgreichen "25-jährigen Multitalent" werden, wie ich gerade dem Münchenblogger entnehme.
Folgende Begriffe/Idiome werde ich ab sofort, gutem Beispiel folgend, in meinen daily Sprachschatz einbauen, also praktisch inflowen lassen:

fresh
fett
was von mir in meine Mucke packen
einfach so krass auf das Instrumental flashen
(?)
jemandem Respekt geben
(im Zweifel: "den Jungs")
Drogen ticken (bzgl. Betäubungsmitteldelikte)
ehrlich down mit jemandem sein
(nämlich mit "den Jungs")
Filmbiz
hat Bock gemacht
MusikNazi
Das ganze Ding muss Rollen wie Sau
(bzgl. musikalischer Ausdrucksweise)
Kinderspasten
(abwertend für andere Musiker, vermutl. Antonym zu: "die Jungs")

und vor allem:
krasseste Flowmaschine vom andern Stern (?)

Gut, vielleicht nicht alles an einem Tag, aber man kann dran arbeiten, oder? äh, Jungs? Yo? Vielleicht werd ich so auch noch straight zum Multitalent (wenn auch nicht mehr 25-jährig).
Zumindest kann es aufgrund anderweitiger anatomischer Voraussetzungen nicht daran scheitern, dass Cohu eine von denen ist, die
"grad mal ein Haar am Sack haben" (abwertend, bzgl. zweifelhafter sex. Leistungsfähigkeit bzw. sex. Identität).