Kolonialenglische Köstlichkeit!

Im schönen England habe ich ja, wie berichtet, eine Vorliebe für "indisches"
Essen entwickelt. Eigentlich wäre kolonial-englisch ein besserer Ausdruck, denn
das alles gehört seit gut 100 Jahren zur englischen Küche und hat mit Indern so
gut wie nichts zu tun…zumal die europäischen "indischen" Restaurants meistens
von Pakistani betrieben werden. (Man stelle sich das vor: das ist ja so, als
ginge ich nach Amerika und machte dort ein "österreichisches" Lokal auf…)
Nun gibt es hier ja nicht diese tollen
Sainsbury's-Convenience-Mikrowellen-Curries, also habe ich über Monate in
mühevollen  Versuchsreihen mit zahlreichen (allen nicht ganz perfekten)
Kochbuch-Rezepten eine neue Version entwickelt. Hier also das perfektionierte
Rezept für

Chicken Tandoori Style
Man nehme für 2 Personen (im nichttechnischen Sinne):

2 Hühnerbrustfilets ohne Haut
1 Becher Joghurt (ideal: Andechser 3,5%)
2 Zwiebeln
1 Dose Kichererbsen

Dazu die Gewürzmischung:
3 TL Garam Masala, 1/4 TL Cayenne-Pfeffer, 11/2 TL Curry, 1 TL Cumin und 2 TL
Paprika, Salz
Na gut, man könnte natürlich auch die Tandoori-Gewürzmischung nehmen, aber
wollen wir das wirklich? Wollen wir uns die Freude nehmen lassen, jedes dieser
Gewürze einzeln für 3 Euro im Asiamarkt zu kaufen? Nein!

Nun legt schneidet man die parierten Hühnerbrustfilets an der Vorderseite (also
vorne im Sinn von "vorne am Huhn") so ein bisschen streifenförmig ein. Wenn man
nicht weiß, wo "vorne am Huhn" ist, sollte man sich mal Gedanken machen, wie
entfremdet man Stadtkind der Natur eigentlich schon ist und lieber Tofu nehmen.
Dann reibt man Filets (oderTofu) mit der Gewürzmischung ein und mariniert sie
ÜBER NACHT im Joghurt, den man idealerweise im Kühlschrank aufbewahrt.

Die Zwiebeln schneidet man – am nächsten Tag, falls man sich noch erinnern kann,
dass man gestern Chicken eingelegt hat; sollte das Einlegen länger als 72
Stunden her sein: was anderes kochen, Chicken wegschmeißen oder Nachbarn
schenken (s.u.) – also, man schneidet sie, die Zwiebeln, in feine Ringe und legt
sie auf den Boden einer Auflaufform; dann kommen die abgetropften Kichererbsen
drauf und zu guter letzt Fleisch und Joghurt. Alles soll vom köstlichen Joghurt
bedeckt sein! Ganze Landstriche soll diese köstliche Joghurtmarinade bedecken,
auf dass Friede und Wohlgefallen einkehren auf der Welt!

Dann für 30-40 Minuten in den Lehmofen bei 200°. Falls man keinen
Tandoori-Lehmofen in der Wohnung haben sollte (ich frage mich, warum man das
Rezept dann überhaupt liest!), kann man ausnahmsweise auch einen normalen Ofen
nehmen. Der wahre Feinschmecker wirft in den letzten 10 Minuten noch 2
geschälte, entkernte Tomaten (in Achtel geschnitten) dazu.

Dazu kann man dann Reis essen (oder aber Naan-Brot, aber mein Rezept dafür
schmeckt dermaßen greislig, dass ich es Euch nicht empfehle).
Warnung: Wenn Eure Vermieter oder Nachbarn "Landser"-hörende, gewalttätige
Ausländerfeinde sind, ist das Rezept aus geruchlichen Gründen nicht zu
empfehlen.
 

Talaq, talaq, talaq!

In Jordanien gibt es also auch Online-Dating. Wie bei uns im Westen führt
dieses Hobby fast ausschließlich zu

grauenhaft peinlichen Situationen für alle Beteiligten
. Exotik-Faktor:
islamische Scheidung.

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Wunder des Meeres (2)

Sonderrrrrrrrrrrrbare Tiefseefische, harrrr, harrrrr! Wenn das mit der Gefährdung der Alaska-Seelachse so weiter geht, werden unsere Fischstäbchen vielleicht bald aus solchem Getier hergestellt. Solang die 1-2-3-Fritten nicht aussterben…
(Bild: Wikimedia Commons)

 

 

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Völker, hört die Signale

…auf zum nächsten Friseur! Die Nordkoreanische Regierung ermahnt ihre
Bevölkerung zu regelmäßigen Haarschnitten, da

"langes Haar dem Gehirn Energie stiehlt"
. Ich kann mich dem nur anschließen.
Es gibt nur einen
Mann, der es mit langen Haaren im weitesten Sinne zu was gebracht hat. Und der
war kein Stalinist.

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Top Five: Das Beste an England

Platz 1: Sainsbury’s-Fertiggerichte
Oh köstliches Mikrowellen-Chicken-Tikka-Masalla-with-Pilau-Rice! Oh unvergleichliches Chargrilled-Vegetable-Cous-Cous!Oh zartschmelzend-knusprige Spinache-Gruyère-Quiche! Oh, Und Ihr kleinen braunen Küchelchen, Labung der Götter: Double-Chocolate-Chip-Mini-Muffins, ich verehre Euch!

Platz 2: Gärten
Die englische Gärtnerkunst verwandelt jeden Dreckhaufen auch mitten im Winter in ein kleines stück blühendes Teletubby-Paradies.

Platz 3: Nette Menschen
Busfahrer, Verkäufer, Putzfrauen, Sekretärinnen und sogar die Essens-Austeiler in der Hall sind ausnehmend freundlich. (Es kann ein bisschen dauern, bis man sich daran gewöhnt hat und feststellt, dass man nicht blöd angemacht, sondern nur nett bedient wird)

Platz 4: Köstlicher Käse
Ich als alter Käsefex war natürlich sehr verwundert, dass es hier in England exquisiten Käse gibt. Man würde ja denken, das sei ein Privileg Frankreichs, aber nein, auch hier beherrscht man die Kunst der Milchfermentation. Cheddar gibt es in den erstaunlichsten Varianten, und wer eine Blauschimmel-Schwäche hat, sollte mal Stilton probieren…

Platz 5: Zebrastreifen
Autos kommen hier zwar immer aus der falschen Richtung. Dafür halten sie an Zebrastreifen an, und zwar auch, wenn man ganz überraschend vor sie hüpft…Lustig!
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