Kreativer Gegenschlag

In einer Kultur, in der freie Meinungsäußerung nach Art des First Amendment verstanden wird, kann man Nazis nicht mit plumpen strafrechtlichen Mitteln begegnen: man braucht etwas mehr Kreativität. Als daher eine Neonazigruppe in der amerikanischen Stadt Springfield die Patenschaft für einen Highway übernahm, konnte man sich dagegen nicht direkt wehren, denn, so berichten die Buffalo News:

"…membership in the Adopt-A-Highway program can’t be denied because of a group’s political beliefs."

Stattdessen überlegte man, was die Nazis wohl besonders ärgern würde:

"Lawmakers responded with an amendment to a large transportation bill that would rename that section of road after Abraham Joshua Heschel, a rabbi who narrowly escaped the Nazis in World War II and later marched with the Rev. Martin Luther King Jr."

Insgesamt ein wirklich kreativer Gedanke. Die Bedenken der Tochter des Rabbis, der Name ihres Vaters würde dadurch instrumentalisiert und in den Schmutz gezogen (und der Highway von trotzigen Nazis vernachlässigt), kann man allerdings auch nicht ganz von der Hand weisen…

(Um welche Organisation es sich bei den wohltätig müllsammelnden Nazis genau handelt, ist in Deutschland nur nach umständlicher Überwindung eines Google-Suchergebnisfilters via Chilling Effects herauszufinden. Vielleicht sollte man hier auch ein paar warnende Stoppschilder aufhängen, damit nicht unbescholtene Zufallsnutzer durch Stolpern über Nazipropaganda flugs selbst zu Nazis werden…)

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