Bored on the Fourth of July

Cohu hat sich – in einem Anfall von überbordendem Amerikanismus (?) – letztes Wochenende gleich zwei überaus amerikanische Romane gekauft, nämlich "Digging to America" von Anne Tyler und "Independence Day" von Richard Ford. Auf Letzteren (hat im Übrigen nichts mit Außerirdischen zu tun) habe ich mich dann gleich gestürzt. Schließlich stößt man nicht oft auf ein Buch, das in der New York Times als "gripping" beschrieben wird, im Guardian als "a masterpiece" und das sowohl den PEN/Faulkner Award als auch den Pulitzer-Preis bekommen hat.
Leider handelt es sich um das definitiv langweiligste Buch, das ich je gelesen habe; abgesehen von "Sachenrecht" von Schwab/Prüttig, Beck 1993. Ok, dass es von einem geschiedenen Immobilienmakler mittleren Alters handelt, der in der ersten Person ein Wochenende im Juli am Ende des letzten Jahrtausends beschreibt und uns nebenbei seine (ziemlich reduzierten) Lebensweisheiten darbietet – da hat man sich denken können, das hier, äh, keine all zu großen Feuerwerke von plot und suspense abgeschossen werden. Aber andererseits: ich bin ja kein Freund von großer Action. Ich mag z.B. Fontane. Und der Zauberberg gehört zu meinen Lieblingsbüchern, und da passiert sieben Jahre lang außer ein paar mal Türenknallen auch nichts. Aber dieser Ford, das ist doch wirklich ein bisserl zu viel der resignierten Untätigkeit. Ich bin auf Seite 130 (von 450), und bis jetzt ist das Einzige, was passiert ist, dass das Kunden-Ehepar des Maklers ein paar Häuser nicht gekauft hat.

Falls hier nichts mehr gebloggt wird: nehmt das als Beweis dafür, dass man an Langeweile sterben kann.

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