… für meine lange Reihe von Evidenzen, dass Gott nicht existiert: Formal Shorts. Für die Leser, die nicht so auf der Welle der neuesten Modetrends reiten wie Cohu: es handelt sich dabei um kurze Hosen für Damen, die der Saison entsprechend gerne in Wollstoffen in allen Variationen von 30cm über bis 10cm unter dem Knie aufhörend und – oh Satan, Brut der Hölle – mit Strumpfhosen drunter allen Ernstes auf öffentlich zugänglichen Plätzen von erwachsenen Menschen freiwillig getragen werden. Welche Schuhe man dazu anzieht, ist dann auch schon egal. Bis jetzt ist mir kein Exemplar begegnet, das seiner Trägerin auch nur im weitesten Sinne geschmeichelt oder auch nur unauffällig bedeckt hätte. Praktisch Hotpants hoch zwei. Leggins sind Wickelkleider dagegen!
Inzwischen jedenfalls sind sie auch in der Türkenstraße angekommen (am Stiglmaierplatz wäre ich vermutlich noch einige Monate davor verschont geblieben). Bitte nachsprechen und merken: kleine Hosen sind für kleine Buben! Der einzige Erwachsene, der sowas sonst noch tragen kann, ist Zap Brannigan .
[Cohu nimmt natürlich alle Formal-Shorts-TrägerInnen explizit von ihrer Kritik aus, die diese Dinger nicht tragen, um schön auszusehen, sondern um negativ aufzufallen, Sand im Getriebe der Gesellschaft und ihrer Ästhethik zu sein und/oder die ihre Hosen aufgrund von Flecken oder Löchern radikal kürzen mussten.]

10. January 2007 at 18:07
Mit kurzen Haaren ohne Brille seh ich aus wie Zap. Formal Short, here I come!
10. January 2007 at 19:08
Aber bitte nur mit den original Zap-Stiefeln und -Handschuhen 🙂
11. January 2007 at 16:31
Weitere Ausnahme, unbedingt: Lederhosn. Bevorzugt allerdings auch die edlere, die dann mit Trachtenkniestrümpfen eigentlich auch schon wieder eine lange Hose ist. Trotzdem.
11. January 2007 at 17:30
Die Lederhosn ist ja keine Stadtkleidung (Wiesn ausgenommen). Auf dem Land und in der Freizeit gelten natürlich wieder ganz andere Regeln (obwohl z.B. manchem Badegast lange Hosen gut zu Gesicht stünden). Auf der Yacht darf man Shorts tragen, ja sogar Schuhe ohne Socken. Irgendwas muss man ja haben von so einem schwimmenden Wohnwagen…
12. January 2007 at 08:42
"Auf dem Land und in der Freizeit gelten natürlich wieder ganz andere Regeln"Na, da bin ich ja mal wieder froh, daß ich auf dem Land hause… Trotzdem eine problematische Regelung. Die schlimmstangezogenen (ist das ein Wort?) Menschen sind ja doch oft Touris, heißt, sie befinden sich in ihrer Freizeit. Dafür, daß es nicht unsere ist, können sie ja nur bedingt was. Trotzdem finde ich nicht, daß sie so rumlaufen dürfen. Aber wir müssen ja nicht jetzt schon den Sommergroll nähren.
12. January 2007 at 09:10
Ach komm, is eh schon fast Sommer. Ein edler Mensch verbringt seinen Sommer nicht in der Stadt, sondern am Meer oder in den Bergen! Alle anderen schleichen in kurzen Hosen und Badesandalen und mit "Wimmerl" (heißt das noch so?) um die Pinakotheken…
12. January 2007 at 17:25
Wimmerl. Oh gott. Ja. (Sympathiewert geht sofort ins Minus beim Anblick eines solchen)Schön, daß noch jemand dieses Ding unter dem Namen kennt. Ethymologisch sicher auch ein Bringer.
12. January 2007 at 18:54
Wimmerl!? Kenn ich nur als Akne-Pickel, dreidimensionalen Leberfleck und ähnliche "Hautbeulen". Die meint ihr nicht, oder? Eher diese schrecklichen Kopfbedeckungen. *schauder*
12. January 2007 at 19:19
Für Hautunreinheiten wird niemand verurteilt ;-)Ich glaube, des nennt man heutzutage "Hip Bag", z.B. hier.
14. January 2007 at 19:50
Stimmt! Klar! Ich kenn’s doch. Mensch, das hatte ich ja vollkommen vergessen. Wie konnte ich nur? -Und warum wird man eigentlich manchmal auch bei den unästhetischsten Kindheitserinnerungen nostalgisch!?