Von wegen Vorkriegsporno

So, jetzt ist genug mit Groschenromanen! Nach dem (sehr amüsanten) "Herr Lehmann"-Prequel "Neue Vahr Süd" von Sven Regener und dem ganz netten Hippie-Outdoor-Roman "Drop City" von T.C. Boyle geht es jetzt zur Abwechslung mal an einen echten Literaturklassiker.
Sons and Lovers von D. H. Lawrence ist an der Reihe. Ich weiß nicht, ob ich eine hart zensierte Ausgabe erwischt hab, ob der Schmutz und Schund erst später kommt oder ob ich einfach schon durch den U-Bahn-Blogger so abgehärtet bin, aber jedenfalls: was Unanständiges hab ich in dem Buch bis jetzt noch nicht gefunden. Aber es ist richtig gut!
Für alle Leser, die sich jetzt aufgrund der Überschrift was Drastisches erhofft hatten, kommt jetzt zumindest noch ein zünftiges Zitat. 1912 wurde "Sons and Lovers" (nicht nur) von einem Verlagshaus abgelehnt, worauf Lawrence schrieb:

Curse the blasted, jelly-boned swines, the slimy, the belly-wriggling invertebrates, the miserable sodding rutters, the flaming sods, the snivelling, dribbling, dithering, palsied, pulseless lot that make up England today. They’ve got the white of egg in their veins and their spunk is so watery it’s a marvel they can breed. (Wikiquotes)

One Response to “Von wegen Vorkriegsporno”

  1. Unknown's avatar Wolf Says:

    Sehr schön deftig! Vielleicht sollte ich mich auch an Schimpftiraden versuchen, sieht so aus, als könnte man sich da noch besser abreagieren, als wenn man die Ablehnungsschreiben rituell verbrennt."the snivelling, dribbling, dithering, palsied, pulseless lot that make up England today", das höre ich direkt gesungen. Im Disney-Robin Hood, das Spottlied auf Prinz John: Das hat doch fast den gleichen Text, oder?Ach nein, nur fast:"The snivellin’ grovellin’Measly weaselyBlabberin’ jabberin’Gibberin’ jabberin’Blunderin’ plunderin’Wheelin’ dealin’Prince John, that phony king of England" Schade- ich dachte schon, es wäre eine Anspielung…


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