It takes a man to wear that

Here’s a mom’s description of the hilarious reactions her son’s Halloween costume provoked:

“We walk down the hall to where his classroom is. And that’s where things went wrong. Two mothers went wide-eyed and made faces as if they smelled decomp. And I realize that my son is seeing the same thing I am. So I say, “Doesn’t he look great?” And Mom A says in disgust, “Did he ask to be that?!” I say that he sure did as Halloween is the time of year that you can be whatever it is that you want to be. They continue with their nosy, probing questions as to how that was an option and didn’t I try to talk him out of it. Mom B mostly just stood there in shock  and dismay. And then Mom C approaches. She had been in the main room, saw us walk in, and followed us down the hall to let me know her thoughts. And they were that I should never have ‘allowed’ this and thank God it wasn’t next year when he was in Kindergarten since I would have had to put my foot down and ‘forbidden’ it.”

Click here to see the little guy’s shocking shockingly cute outfit and the rest of the article. I empathize, because I loved dressing up as a cowboy when I was a litte* girl, complete with hat, plaid shirt and a little fringed leather vest and corresponding chaps. I don’t know whether it was because of the costume or despite of it, but I grew into a person who definitely tends towards the good old left side of the Kinsey scale.

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Ask and tell

Sfgate reports that “The military is accepting openly gay recruits for the first time in the nation’s history.” The perfect excuse for posting this cute picture of innocent male bonding I took during Fleet Week. Speaking of which – how does the military prove that someone is gay? The “Explainer” explains that:
“Technically, the military doesn’t fire people for being gay—it fires them for engaging in “homosexual conduct.” This comprises: touching a member of the same sex for sexual gratification (including handholding or hugging), marrying someone of the same sex, or announcing that you’re gay.” (Slate.com)
Holding hands for sexual gratification! – this country is full of depraved sex practices we Europeans would never dream of. Anyway, the military’s gaydar was apparently re-calibrated at some point during the last three decades. How else would you explain the Navy’s official friendly cooperation in the production of this video in 1978:

Who’s the Boss?

In my neighborhood’s elementary school yard, a little boy surrounded by other kids shouts excitedly: “OK and now, everyone yell – I AM A LEADER!” – Only one little girl yells back: “I AM NOT A LEADER!”

Posted in gives me hope, The Good Fight. Comments Off

Backlash

Die promod-Kollektion mit dem vielversprechenden Namen “City-Amazone” besteht aus brav geschnittenen Klamotten in Leukoplastbeige (oder soll ich sagen Pflasterrosa?), Beige und Schmutzfarben bis hin zu einem etwas unentschiedenen Mittel-Weiß. Das Ganze noch verziert mit braven Rüschen und Glitzerstickereien. Hm, ich hatte mir unter Amazonen ja eher sowas vorgestellt:

Amazone mit Brustpanzer und Faltenmini (ca. 500 v.u.Z.)

Amazone mit modischer Tunika und abgefahrenen Leggins (ca. 420 v.u.Z.)

Amazone mit schlichten Hosen und kessem Oberteil (ca. 470 v.u.Z.)

Gut gerüstete Amazonen in der Schädel’schen Weltchronik

Typische Amazone der Volkskunst des späten 20sten Jahrhunderts

Und jetzt: “Volantkleid mit Pailletten, 44,95″. Das soll ein Amazonenkleid sein? Wenn überhaupt, ist das ein Musterbeispiel für den antifeministischen Backlash! Und zu Eurer blöden Anziehpuppe noch eine Anmerkung: ich weiß nicht viel über Amazonen, aber ich bin mir sicher, sie tragen keine hautfarbenen BHs.

[Alternative Erklärung: die moderne Amazone arbeitet undercover. Sie tarnt sich in gedeckten Farben quasi als erwachsene Prinzessin Lillifee -"Juhuuu, juhuuu, ich reite auf meinem süßen Pony, hihihi!" --- und zieht im rechten Moment blitzschnell das scharf geschliffene Schwert aus der "Handtasche in Nubukoptik, 19,95", um den männlichen Gegner stilecht mit einem Schlag zu enthaupten...]

“Wir sind Post-Gender”

Boys Don’t Make Passes / At Girls Who Wear Glasses

Beim Googeln nach dem Suchwort “Gebildete Frauen” bekommt man auf der ersten Ergebnisseite folgendes:

- “…Laut Sozialwissenschaftlerin Christiane Dienel gibt es für gut gebildete Frauen zu wenig interessante Männer. Grund sei der hohe Anspruch…”
- “Partnerwahl: Akademiker und die Bildungsfalle”
- “Die Studienergebnisse zeigen nun, dass hoch
gebildete Frauen zu 60 Prozent Partner mit ähnlicher Bildung bevorzugen, «obwohl das nicht nötig …”
- “Gebildete Frauen haben häufiger Orgasmus-Probleme – Bild.de”
- “Wollen Männer echt intelligente Frauen [Archiv] – GamePro Forum”
- “Schlechte Chancen für gebildete Frauen« DiePresse.com – Die Einkommensschere geht mit steigendem Bildungsniveau auseinander. Ein Drittel der Lohnunterschiede sei “nicht objektiv erklärbar”, sagt eine AK-Expertin.”
-”Statistik: Gebildete Frauen bekommen weniger Kinder – heute.de … Mikrozensus 2008: Immer mehr Frauen bleiben kinderlos. Frauen in Deutschland bekommen immer weniger …”
- “Orgasmus News | Gebildete Frauen haben häufiger Orgasmus-Probleme … Das Frauen-Onlineportal beQueen hat anhand einer Umfrage herausgefunden, dass Frauen mit einem hohen Bildungsgrad häufig Orgasmus-Probleme …”
-”Diakonie: Ein Stift für gebildete Frauen — Evangelischer …
Das Görlitzer Luisenstift ist nicht nur ein Altenpflegeheim mit langer Tradition. …”-”
- “Gebildete Frauen in Hamburg häufig kinderlos – Nachrichten …14. Aug. 2009 … In Hamburg ist der Anteil von kinderlosen Frauen unter allen Bundesländern am höchsten. 71 Prozent der 25- bis 34-jährigen Frauen in der …”

Bis auf einen neutralen Eintrag stellen alle Suchergebnisse einen hohen Bildungsgrad bei Frauen als negativ dar. Um überhaupt mal einen einzigen positiven Beitrag zum Thema zu finden (“Gebildete Frauen-Frauen bilden: Ein Stadtrundgang durch Freiburg”), muss man bis auf Seite 3 der Suchergebnisse blättern. Beim Suchwort “Akademikerinnen” ist das Ergebnis ähnlich eindeutig.

Übrigens ist der Volkssport Akademikerinnenbashing beileibe nicht auf Männer aus dem Bild-Zeitungsmilieu beschränkt. Besonders gerne wird er auch betrieben von älteren Akademikerinnen, z. B. von einer “ganzheitlichen Ärztin”, die in der taz über ihre jüngeren Geschlechtsgenossinnen klagt:

“Viele Frauen haben das Vertrauen in den eigenen Körper verloren.” Es sind vor allem gebildete Mittelschichtsfrauen und Akademikerinnen, die es nervös macht, wenn sie nicht genau wissen, was passiert. Heute bereiten sich Frauen akribisch auf eine Entbindung vor und sind dann oft erstaunt, wenn mit ihrem Körper etwas passiert, das sie nicht mehr im Griff haben.” (taz.de)

Diese unentspannten Ziegen! Schlau daherreden können sie vielleicht, aber wir wissen doch alle: auf dem Schlachtfeld der Östrogenkriegerinnen – der Mutterschaft – versagen sie total!

Sollte ich jemals Kinder gebären (selbstverständich mit Dreifach-Epidural und Kaiserschnitt zum Wunschtermin), würde ich denen eigentlich gerne vermitteln, dass Bildung ein Lebensziel ist, auf das jeder, egal ob Mädchen oder Junge, uneingeschränkt stolz sein darf. Aber vermutlich sind meine Ovarien vom vielen Studieren ja schon derart eingetrocknet und meine sexuelle Attraktivität durch meinen Doktortitel derart verringert – von chronischer Anorgasmie und hoffnungslos überhöhten Ansprüchen an meine Sexualpartner mal ganz zu schweigen! -, dass es soweit nie kommen wird…

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Leistungsgerechtigkeit

Wenn in Deutschland von “Steuerzahlern” die Rede ist, versteht man darunter praktisch immer Lohn- und Einkommenssteuerzahler. Laut dieser Rechnung ist es deutlich weniger als die Hälfte der Bevölkerung, die “den Karren zieht”. Besonders gerne verwendet diese Argumentation Guido Westerwelle:

“Ich will Ihnen die Zahlen noch einmal nennen, weil sie auch für unsere Zuschauer wichtig sind: Die oberen 50 Prozent der deutschen Steuerzahler erwirtschaften etwa 94 Prozent des gesamten Einkommensteueraufkommens der Republik…”

“Das ist das Ergebnis einer atemberaubenden Mehrbelastung der Mitte unserer Gesellschaft bei Steuern und Abgaben. Statt nur über soziale Gerechtigkeit sollte mehr über Leistungsgerechtigkeit geredet werden. Dass mittlerweile 50 Prozent der Steuerzahler 94 Prozent des gesamten Einkommensteueraufkommens des Staates erarbeiten, wird immer wieder verschwiegen.”

(Quellenangaben, zahlreiche weitere einschlägige Zitate und Diskussion bei Notatio)

Mit diesem rhetorischen Trick unterschlägt man erstmal diese klitzekleine Tatsache:

Sieh da – es gibt noch andere Steuerzahler als Lohn-und Einkommenssteuerzahler, genauer gesagt jeden Bürger, der jemals irgendetwas konsumiert. Also alle, inklusive Kinder und Bettlägrige und, ohooo, sogar Hartz-IV-Empfänger. Der Umsatzsteuer-Regelsatz beträgt immerhin 19%.

Wichtiger noch: mit der Identifikation von “Leistung” und “entlohnter Leistung” schließt man viele aus dem Leistungsbegriff aus, die (übrigens auch unter Ökonomen unstreitig!) beträchtliche Wohlfahrtsleistungen für die Allgemeinheit erbringen. Etwa die große Bevölkerungsgruppe der Frauen , die sich “nur” um Kinder, Alte oder um den Haushalt kümmern und damit riesige Wohlfahrtsgewinne erwirtschaften.

Dahinter steht eine durchschaubare und höchst zweifelhafte Aufteilung der Gesellschaft in “Leistungsträger” (die mit “Steuerzahlern” identifiziert werden) und “Nichtleistern”. Divide et impera. Erstere sollen auf die Seite der “bürgerlichen” FDP gezogen werden, letztere erstmal die Klappe halten, denn das Geld bringt ja schließlich der pater familias heim, und – das ist das Credo der FDP – Wer zahlt, schafft an. Das ist nicht mehr konservativ oder bürgerlich, sondern mittelalterlich oder sogar antik.

Kein Wunder, dass Westerwelle also nur noch von einer geistig-politischen Wende spricht (statt noch wie Kohl von einer moralischen). Angesichts der Plattheit seiner Sprüche und seinem hartnäckigen Beharren darauf, sich blöder zu stellen als der Mann auf der Straße, sollte er das “geistig” vielleicht auch einfach weglassen…

Reizlos

Die morgige Verleihung des ersten Feministischen Pornofilmpreises auf Europäischem Boden ist ja an sich eine gute Sache, wenn auch ziemlich verspätet -  eine lebendige Bewegung zur feministischen Demokratisierung oder Verteidigung von Sex bzw. Pornos gibt es auf dem amerikanischen Kontinent schon seit den 80er-Jahren, während bei uns nach wie vor eine unheilige Allianz aus DworkinianerInnen und anderen Ideologen den Diskurs beherrscht.

Aber mal ehrlich: wenn die taz dann dazu aufruft, Pornos sollten “die Lebensrealität von Frauen ausdrücken”, reichts einem doch schon wieder. Realistische Pornos! So eine idiotische Kopfgeburt kann doch nur aus Richtung Links kommen, also aus der gleichen Ecke wie gesunde Pizza, lebendes Wasser oder Recycling-Klopapier!

Untergang des Abendlandes

Etwa durch Vermehrung der Unterschicht? I wo: es kommt noch viel schlimmer. Das Abendland (lies: bürgerliche Mittelschicht) geht  für mich dann unter, wenn die Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung allen Ernstes einen lobpreisenden Artikel über New Burlesque veröffentlicht:

Ein neues Phänomen ist in Deutschland angekommen: Burlesque. Das ist eine ironische Form des Strips, die auch Frauen gefällt. Es darf schlüpfrig sein, auch vulgär. Billig ist es nie. Und es wird viel gelacht. (FAZ.net)

Ach Gott. Als Akademikerin ist man bei diesem Fachblatt der upper middle class eh schon unter Reproduktionszwangs-Dauerbeschuss. Aber dass mir jetzt auch noch ironisches Strippen gefallen muss….

(Ich bin eine durch und durch amerikafreundliche und, wie der Ami so schön sagt, sex positive Person, aber Porno durch eine Comedymühle zu drehen, damit er am Schluss “ironisch” und “lustig” ist und – juhuuu! – dann sogar Frauen gefallen darf, jedenfalls in einem “ironischen” Sinne – das finde ich derart reaktionär und im schlimmsten Sinne amerikanisch-protestantisch prüde, dass es mich schüttelt. Die Idee kommt wohl aus der gleichen Ecke wie die Auffassung, die sexuelle Revolution der Siebziger hätte aus “Erotikkomödien” bestanden. Und Emmanuellefilmchen waren dann wohl feministische Propaganda. Na logo.)

(Bild: Josephine Baker, 1927, aus den Wikimedia Commons)

Why We Fight

“Aufgabe der ISAF ist die Unterstützung der gewählten Regierung Afghanistans zur Herstellung und Aufrechterhaltung eines sicheren Umfeldes in Afghanistan. In erster Linie soll so der Wiederaufbau Afghanistans, die Etablierung demokratischer Strukturen und die Durchsetzungsfähigkeit der frei gewählten Zentralregierung vorangetrieben werden.” (Wikipedia: ISAF)

Diese gewählte Regierung Afghanistans versucht mittlerweile, ein Gesetz zu verabschieden, wonach:

- das Sorgerecht für Kinder grundsätzlich nur Vätern oder Großvätern zugesprochen werden kann
- es keine Vergewaltigung in der Ehe mehr gibt, da Frauen zu Sex verpflichtet sind
- Frauen das Haus nur mit Erlaubnis ihres Mannes oder Vaters verlassen dürfen

Eine afghanische Parlamentarierin bezeichnet das Gesetz als “schlimmer als die Taliban”. Das alles steht im Guardian. Die deutschen Medien scheinen sich nicht so sehr dafür zu interessieren – obwohl über eine geplante Aufstockung des deutschen Kontingents und die damit zusammenhängenden diplomatischen Verwicklungen überall in epischer Breite berichtet wird.

Ich habe zum Afghanistan-Krieg keine wirklich gefestigte Meinung, weiß auch insgesamt nicht, was ich von der deutschen Beteiligung halten soll. Bin da einfach unentschieden. Aber, ernst gemeinte Frage: Warum wird es nicht als massives Problem wahrgenommen, dass Deutschland eine Regierung militärisch unterstützt, die eine große Gruppe der Bevölkerung offiziell entrechten will? Warum diskutiert diese Frage niemand?

(P.S.: Eigentlich wollte ich das mit dem Video einer traditionellen afghanischen Sängerin illustrieren. Leider ist sowas – von wenigen im Exil lebenden Ausnahmen abgesehen – schwer aufzutreiben: Frauen, die öffentlich musizieren, bekommen noch immer Todesdrohungen. Die Taliban versuchten ja bekanntlich, alle nichtreligiöse Musik zu unterbinden, und Musikerinnen waren ihnen natürlich ein besonderer Dorn im Auge. Ein hochinteressanter Film über ein Projekt zur Rettung traditioneller afghanischer Musik findet sich hier. Auch, wenn ihre “Freiheit” mittlerweile mehr als sieben Jahre andauert, dürfen wir der im Film gezeigten Musikerin beim Singen nicht zusehen: ihr Gesicht ist gepixelt. Das im Film vorgestellte Afghan Music Project kann man durch den Kauf von Musik unterstützen.)

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